Ab 1. März keine Rodung von Hecken und Gebüschen

Der Frühling naht, Vögel, Insekten, Säugetiere, Reptilien und Amphibien kehren in die heimischen Hecken und Gebüsche zurück. Die Vögel bauen in den Hecken und Gebüschen für die Aufzucht des Nachwuchses ihre Nester. Die Samen, Knospen und Blätter der Pflanzen liefern den Tieren wertvolles Futter; die Gehölze dienen als Schlaf- und Ruheplatz. Es ist also wieder viel los im Garten und in der Natur!

Zum Schutz der brütenden Vögel und der anderen Tiere gilt deshalb, dass ab dem Stichtag 1. März die Hecken und Gebüsche nicht mehr stark beschnitten, auf Stock gesetzt oder gerodet werden dürfen!    

Während der Schonzeit sind nur behutsame Form- und Pflegeschnitte erlaubt, wie zum Beispiel das Zurückschneiden der austreibenden Zweige. Ein maßvoller Rückschnitt kann auch erforderlich sein, wenn die Zweige in Fußgängerwege oder Fahrbahnen hineinwachsen oder wenn an Ein- und Ausfahrten die Sicht auf die Straße oder den Bürgersteig versperrt wird. Doch auch beim erlaubten behutsamen Form- und Pflegeschnitt sollte immer vorsichtig überprüft werden, ob sich nicht ein bewohntes Nest im Gezweige verbirgt.  In dem Fall darf der Rückschnitt erst nach der Brutzeit erfolgen. Wer in der Schonzeit zum „Kahlschlag“ ansetzt, verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz und riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Ein Konto für die digitale Verwaltung

Rhein-Sieg-Kreis setzt auf die BundID

Ob Kindergeld beantragen, einen Hund an- oder das Auto ummelden – bislang waren dafür verschiedene Online-Konten nötig. Künftig brauchen Nutzerinnen und Nutzer nur noch ein einziges Konto für die digitale Verwaltung.

Möglich wird das durch die so genannte BundID. Auf sie hat der Rhein-Sieg-Kreis bereits jetzt seine wichtigsten Online-Dienstleistungen umgestellt und gehört damit deutschlandweit zu den Vorreitern bei der Nutzung des digitalen Angebotes.
Das An-, Ab- und Ummelden eines Autos, die Anmeldung zur Fischerprüfung oder auch die Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, die nötig ist, um beruflich mit Lebensmitteln arbeiten zu dürfen, sind schon über die BundID möglich.

Die BundID bietet ein zentrales Online-Konto, mit dem Nutzerinnen und Nutzer sich für alle ihre Anträge identifizieren können – das geht z.B. über einen Online-Ausweis oder ein ELSTER-Zertifikat. Online-Dienstleistungen können so viel einfacher und unkomplizierter genutzt werden, denn Registrierungen bei mehreren digitalen Konten entfallen.
Die hinterlegten persönlichen Daten können automatisch in den nächsten Antrag übernommen werden. Das ist schnell und sicher. Alle Anträge, die dazugehörigen Nachrichten und soweit möglich auch die Dienstleistung selbst werden im zentralen Postfach der BundID bereitgestellt – egal von welcher Behörde sie stammen.

„Der Rhein-Sieg-Kreis wird weiterhin so schnell und umfassend wie möglich auf die neue BundID setzen“, kündigt Kreisdirektorin Svenja Udelhoven an. „Dies ist der richtige Weg bei der Digitalisierung: Ein Konto und eine zentrale Ablage für alle Online-Anträge – alles aus einer Hand für die Bürgerinnen und Bürger.“

Bislang war für die Anmeldung zur Nutzung der Online-Verwaltungsdienstleistungen des Rhein-Sieg-Kreises das Servicekonto.NRW erforderlich. Im Juni 2024 soll das Servicekonto.NRW landesweit abgeschaltet und durch die BundID ersetzt werden.

Weitere Infos zur BundID gibt es unter id.bund.de, ihre Online-Dienstleistungen finden Nutzerinnen und Nutzer unter rhein-sieg-kreis.de.

Zusammen ist man weniger allein

Onlinegruppe für Alleinerziehende

„Zusammen ist man weniger alleine“ – heißt das neue online-Format der Familienberatungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises für alleinerziehende Mütter und Väter.

Sich austauschen und gegenseitig unterstützen – das möchte die online-Gruppe Alleinerziehenden ermöglichen. Die Familienberatungsstelle hat sich bewusst für das digitale Angebot entschieden, um den Bedürfnissen Alleinerziehender entgegen zu kommen.

Ab 12. März 2024 finden die Treffen alle vier Wochen immer dienstags zwischen 20:00 Uhr und 21:30 Uhr statt. Das Angebot ist kostenfrei. Die Gruppe wird von Diplom Psychologin Keristyan Larisaffar angeleitet und umfasst fünf aufeinander aufbauende Termine, jeweils am 12. März, 9. April, 7. Mai, 4. Juni und 2. Juli.

Interessierte können sich bis zum 26. Februar 2024 telefonisch über 02241 – 132710 oder per Mail unter Angabe einer Telefonnummer an keristyan.larisaffar@rhein-sieg-kreis.de verbindlich anmelden.

Orkan Zoltan erforderte 388 Einsätze im Rhein-Sieg-Kreis

Der Orkan Zoltan hat auch im Rhein-Sieg-Kreis zu Einsätzen der Feuerwehr geführt, wie die Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises mitteilte.

388-mal mussten die Einsatzkräfte von gestern Nachmittag, 21. Dezember 2023, 16:00 Uhr, bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Tages, 22. Dezember 2023, 07:00 Uhr, ausrücken. Waren die Einsätze zunächst flächendeckend im Rhein-Sieg-Kreis, konzentrierten sich die meisten Einsätze bald auf den östlichen und mittleren Rhein-Sieg-Kreis, also Lohmar, Hennef, Windeck, Ruppichteroth, Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid. Zurzeit werden noch einzelne Einsatzstellen durch die Feuerwehren abgearbeitet.
Weiterhin werden seit Einsetzen des Berufsverkehrs umgestürzte Bäume und Verkehrshindernisse gemeldet. Auch diese werden von den Einsatzkräften der Feuerwehr alsbald beiseite geräumt werden.

Ladesäulen für E-Autos im Rhein-Sieg-Kreis

Jetzt mitmachen und Standorte vorschlagen

Das Online-Tool „WunschLadesäule“ ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, auf dem Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises Standorte für zukünftige Lademöglichkeiten für E-Autos vorzuschlagen.

Interessierte können über rhein-sieg-kreis.de/wunschladesaeule noch bis Ende 2023 eine interaktive Karte aufrufen und mit einem Klick Vorschläge für einen oder mehrere Ladesäulen-Standorte markieren. Nach einer kurzen Abfrage zur geplanten Nutzung wird die Wunschladesäule dann in die Karte eingetragen. Andere Nutzerinnen und Nutzer der Online-Karte können diese Vorschläge mit einem „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht“ bewerten.

Auf der interaktiven Karte sind zudem bereits bestehende Standorte für E-Ladesäulen im Rhein-Sieg-Kreis eingetragen. Auch diese können bewertet werden.

Ziel ist eine allgemein zugängliche und bedarfsgerechte Infrastruktur

Der Rhein-Sieg-Kreis unterstützt durch dieses kreisweite Konzept die Städte und Gemeinden im Kreis beim Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Abschätzung des zukünftigen Bedarfs für öffentlich zugängliche Ladeeinrichtungen. Neben Daten beispielsweise zur Bebauungsdichte oder Anzahl an Parkplätzen fließen auch die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger aus dem Online-Tool in die Planung ein. Für die weitere Entwicklung der Elektromobilität bedeutet dies eine wichtige Grundlage. Das Konzept wird durch das Planungsbüro EcoLibro GmbH im Auftrag des Rhein-Sieg-Kreises erstellt und wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Im Frühjahr 2024 soll es fertig gestellt sein. Auf Basis des kreisweiten Konzepts können die Städte und Gemeinden die weitere Umsetzung im Detail planen.

Wachsam sein: Fuchstollwut soll ausgerottet bleiben

Obwohl Deutschland seit 2008 als tollwutfrei gilt, laufen nach wie vor Überwachungs- und Untersuchungsmaßnahmen – auch im Rhein-Sieg-Kreis. Darauf macht das Kreisveterinäramt anlässlich des Welt-Tollwut-Tages am 28. September 2023 aufmerksam.

Dass von Füchsen in Deutschland inzwischen keine Gefahr mehr ausgeht, wurde durch die flächendeckende Köderimpfung erreicht. Sie gelten als Hauptüberträger des Virus‘. Auch der konsequente Impfschutz bei Haustieren, wie Hund und Katze, ist wichtig.

„Am 03. Februar 2006 ist in der Nähe von Mainz der letzte tollwütige Fuchs amtlich diagnostiziert worden – seitdem gab es in ganz Deutschland keinen Nachweis über Tollwut mehr“, so der Leiter des Veterinäramtes des Rhein-Sieg-Kreises, Dr. Johannes Westarp. „Zwar können Fledermäuse das Virus noch in sich tragen, das Übertragungsrisiko auf andere Tiere und den Menschen ist allerdings viel geringer, als es bei Füchsen der Fall war“.

Da nicht auszuschließen ist, dass das Tollwutvirus wieder über Tiere aus dem Ausland eingeschleppt wird, werden jedes Jahr 20 bis 30 Füchse aus dem Rhein-Sieg-Kreis, die wegen verdächtiger Symptome erlegt oder tot aufgefunden wurden, im Rahmen eines Monitorings an das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld geschickt. Alle Untersuchungsergebnisse waren bisher negativ.

Insbesondere in Asien und Afrika ist die Tollwut noch weit verbreitet. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich rund 60.000 Menschen an Tollwut, die überwiegend durch Hunde übertragen wird. Tollwut ist fast immer tödlich. Daher ist es sinnvoll, wenn sich Reisende informieren, ob es in ihrem Ferienland Tollwut gibt. „Wilde Tiere und auch streunende Hunde sollten nicht angefasst werden. Auch zugelaufene Hunde dürfen aus tierseuchenrechtlichen Gründen keinesfalls ohne die Einhaltung notwendiger tierseuchenrechtlicher Maßnahmen aus Urlaubsregionen nach Deutschland eingeführt werden“, so Dr. Johannes Westarp weiter.

Auch wer seinen Hund mit in den Urlaub nehmen will, sollte sich vorher genau darüber informieren, welche Vorschriften gelten. Die Tollwutimpfung gehört auf jeden Fall dazu und wird auch im EU-Heimtierpass vermerkt. Für die Einfuhr von Hunden und Katzen aus den Mitgliedsstaaten sowie aus Drittländern gelten strenge rechtliche Regelungen. Eine gültige Tollwutimpfung der Tiere ist grundsätzlich Pflicht. Zudem können weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Tollwuttiterbestimmung für die Einreise notwendig werden.  Aus Gründen der Vorsorge sollten alle Tierbesitzerinnen oder -besitzer jedoch auf eine regelmäßige Schutzimpfung ihres Haustieres achten.

6.244 aus der Ukraine Geflüchtete im Kreis

Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises

Die Aufnahme der vor dem Krieg in der Ukraine geflüchteten Menschen hat die Ausländerbehörde des Kreises und die kreisangehörigen Kommunen dieses Jahr vor eine große Herausforderung gestellt.

Zum Stichtag 20.12.2022 leben 5.418 Geflüchtete aus der Ukraine im Zuständigkeitsbereich der Ausländerbehörde des Rhein-Sieg-Kreises. Davon haben 4.887 eine Aufenthaltserlaubnis. Fast alle Geflüchteten sind registriert.
Die Stadt Troisdorf hat als große kreisangehörige Kommune eine eigene Ausländerbehörde. In Troisdorf leben 826 Geflüchtete aus der Ukraine. Sie haben alle eine Aufenthaltserlaubnis.

Insbesondere die Registrierung der Geflüchteten mit den sogenannten PIK-Stationen (PIK = Personalisierungsinfrastrukturkomponente) war ein großer Kraftakt. Vom 25. April 2022 bis zum 15. Mai 2022 wurden dem Kreis durch das Land NRW zur Unterstützung 5 mobile PIK-Stationen für die Registrierung zur Verfügung gestellt. Bedient wurden die Stationen durch Personal der Kreisverwaltung, das aus den unterschiedlichsten Bereichen im Haus abgeordnet war. Das Team aus 110 Mitarbeitenden registrierte von Montag bis Sonntag von 7:15 Uhr bis 20:30 Uhr.

Trotz anfänglicher technischer Probleme konnten in diesem Zeitraum 2.585 Personen erfasst werden.
879 weitere Personen wurden im Zeitraum 17. Juni bis 14. Juni 2022 für die Ausländerbehörde Siegburg in der Erstaufnahmeeinrichtung in Bonn registriert.
Inzwischen verfügt die Ausländerbehörde des Rhein-Sieg-Kreises über zwei weitere eigene PIK-Stationen zur Registrierung.

Unter Registrierung versteht man die erkennungsdienstliche Behandlung der Geflüchteten. Dabei wird ein biometrisches Foto erstellt und Fingerabdrücke abgenommen. Die Registrierung ist für die eindeutige Identifizierung einer Person erforderlich und auch Voraussetzung für die Erteilung eines Aufenthaltstitels. Zudem verhindert sie Doppelerfassungen und Probleme beim Leistungsbezug.

Parallel wurde in der Ausländerbehörde bis Juni 2022 eine Ukrainegruppe mit rund 20 befristet eingestellten externen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgebaut. Viele von ihnen konnten über die Agentur für Arbeit und das Jobcenter vermittelt werden und kommen ursprünglich aus ganz anderen Branchen. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen, die Bedienung der PIK-Stationen, die Telefonhotline und die Kundenberatung. „Wir freuen uns, dass wir die vielfältigen Herausforderungen durch die Ukrainekrise bisher gut gemeistert haben“, sagt Landrat Sebastian Schuster. „Diese Aufgaben werden wir im nächsten Jahr genauso engagiert weiter wahrnehmen.“

Im Dienst unserer Naturschutzgebiete

Der Ordnungsaußendienst des Rhein-Sieg-Kreises hat im Jahr 2022 seine Bilanz noch einmal verbessern können. Die beiden Teams kontrollieren in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten des Kreises, ob sich Besucherinnen und Besucher an die jeweiligen Regeln halten.

Auch im Jahr 2022 führten die Mitarbeiter viele Gespräche mit Erholungssuchenden. „Wir gehen davon aus, dass sich die meisten Erholungssuchenden nicht absichtlich falsch verhalten und setzen zunächst auf Aufklärung“, sagt der Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz, Jörg Bambeck. Manchmal reichen aufklärende Gespräche allerdings nicht: im Jahr 2022 musste der Ordnungsaußendienst auch hunderte mündliche Verwarnungen aussprechen und rund 1.400 Buß- und Verwarnungsgeldverfahren einleiten. Im Jahr 2021 waren es noch 860. „Die deutliche Steigerung hat auch damit zu tun, dass wir inzwischen mit einem zweiten Team in unseren Naturschutzgebieten präsent sind“, so Jörg Bambeck.

Häufigster Grund für Verwarnungen ist nach wie vor, dass Spaziergängerinnen oder Spaziergänger abseits der Wege unterwegs sind. Auch nicht angeleinte Hunde sind im Naturschutzgebiet verboten. Intension des Ordnungsaußendienstes ist es, die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis für den Natur- und Landschaftsschutz zu sensibilisieren. Dies scheint immer mehr zu gelingen: Insbesondere im Siebengebirge sind die Verstöße erkennbar zurückgegangen. Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es auf 17.000 Hektar Fläche insgesamt 118 Naturschutzgebiete. Jedes Schutzgebiet hat seinen eigenen Regelkatalog, damit die Flora und Fauna in diesen Gebieten wirksam vor menschlichen Aktivitäten geschützt werden, die Gebiete aber trotzdem für die Menschen zur Naherholung in beschränktem Rahmen erlebbar bleiben. Das erste Team des Ordnungsaußendienstes hat im Jahr 2019 mit seiner Arbeit begonnen.

Wie verhalte ich mich richtig bei Gewitter?

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Fegen im Sommer Unwetter und Gewitter über den Rhein-Sieg-Kreis hinweg, sollten nicht nur lose Gegenstände im Freien, wie beispielsweise Balkon- und Gartengarnitur, festgebunden oder ins Gebäude getragen werden.  Dann sollten auch zum eigenen Schutz einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Aus diesem Grund möchte das Amt für Bevölkerungsschutz des Rhein-Sieg-Kreises Tipps zum richtigen Verhalten während eines Gewitters geben.  Denn trifft ein Blitz einen Menschen, so hat er kaum eine Überlebenschance. Innerhalb von nur 0,02 Sekunden können bis zu 100 Millionen Volt und mehrere 10.000 Ampere auf den Körper einwirken.

Ein Trugschluss, der immer wieder Menschenleben kostet, ist davon auszugehen, dass fernes Donnergrollen lokale Blitzeinschläge ausschließt. Auch wenn das Donnern nur in der Entfernung zu hören und noch keine Erhellung am Himmel zu sehen ist, kann das Gewitter trotzdem bereits ganz nah sein.

Am sichersten ist es bei Gewittern in Gebäuden und im Auto. Häuser schützen durch ihre Konstruktion vor gefährlichen Überspannungen. Zudem sind öffentliche Gebäude üblicherweise mit Blitzschutzanlagen ausgestattet. Autos schirmen durch ihre Karosserie elektromagnetische Felder ab und wirken so wie ein faradayscher Käfig.

Aber trotz allem ist Vorsicht geboten: Baden, Duschen und Telefonieren sollten während des Gewitters vermieden werden. Auch von Metall und Wasserleitungen sollte man Abstand halten. Elektrische Geräte sollten vorsichtshalber vom Strom genommen werden. Häufiger werden diese bei einem Blitzeinschlag stark beschädigt. Denn es gibt noch viele Häuser, in denen zwar ein Blitzableiter, jedoch kein Fehlerstrom-Schutzschalter – kurz FI-Schalter genannt – verbaut wurde.

Wer aber im Freien unterwegs ist, sollte wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

„Wer von einem Gewitter überrascht wird, sollte möglichst Abstand von Bäumen halten“, dazu rät Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg. Blitze schlagen immer wieder in alleinstehende, hohe Bäume ein. Diese Spannung wird dann über den Boden weitergeleitet und das kann tödlich enden.

„Umso wichtiger ist es, dem Blitz so wenig Angriffsfläche zu bieten wie möglich. Halten Sie die Beine und Füße eng aneinander und gehen Sie in die Hocke,“ empfiehlt Dirk Engstenberg. Anhöhen, Berggipfel und Türme sind unbedingt zu meiden. Bei einem aufziehenden Gewitter ist ein umgehender Abstieg angeraten.

„Wer sich im Schwimmbad, See oder Fluss aufhält, sollte sofort, schnellstmöglich das Wasser verlassen“, mahnt Dirk Engstenberg. Denn Blitze breiten sich im Wasser explosionsartig aus; das kühle Nass wird zur tödlichen Falle.

Auch gilt: Weg mit Handy und Fahrrad!  Zwar ziehen Fahrräder und Handys den Blitz nicht an; wenn er aber dort einschlägt, dann leiten die Metallgegenstände den Strom besonders gut weiter, was zu massiven Verbrennungen führen kann.

Mehrere Personen, die zusammen unterwegs sind, sollten auf Abstand gehen. Und anstelle vor dem Gewitter davon zu laufen, kann es lebensrettend sein, sich in hüpfenden Bewegungen fortzubewegen. Denn wenn der Blitz mehrere Meter entfernt in den Boden einschlägt, droht durch die sogenannte Schrittspannung Lebensgefahr. Von der Einschlagstelle aus breitet sich die Spannung kreisförmig aus und verliert dabei an Stärke. Stehen die Füße während man gerade einen Schritt macht auseinander, besteht zwischen ihnen ein Spannungsunterschied. So kann der Strom durch den Körper fließen.

„Sollten Sie Zeuge davon werden, wie ein Mensch von einem Blitz getroffen wird, leisten Sie sofort Erste Hilfe und wählen Sie den Notruf“, appelliert der Leiter der Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises, Ralf Ahr. „Ein Blitzschlag kann zu einem Herz- und Atemstillstand führen; Sofortmaßnahmen sind daher für das Opfer lebenswichtig.“

Bei Bewusstlosigkeit sollte die Person in die stabile Seitenlage gebracht und die Atmung kontrolliert werden. Ist eine Herzdruckmassage als Sofortmaßnahme notwendig, wird der Brustkorb in der Mitte etwa 5 bis 6 Zentimeter 100 Mal in einer Minute niedergedrückt. Die Disponentinnen und Disponenten der Rettungsleitstelle, zu erreichen über den Notruf 112, können die Ersthelferinnen und Ersthelfer dabei telefonisch anleiten. So wird die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrückt.

Schwalbennest an der Hauswand:

Entfernen ist verboten

Nisthilfen unterstützen den Artenschutz

Rhein-Sieg-Kreis (an) – Schwalben sind ursprünglich sogenannte Felsenbrüter und errichten ihre Brutplätze an Klippen und Steilhängen. Da die Tiere sehr anpassungsfähig sind, haben sie aber auch gelernt, Hauswände oder offene Stallungen als Brutplätze zu nutzen. Während manche Hausbesitzende sich über die jährliche Ankunft der Vögel an den Dachvorsprüngen freuen, sehen andere dies als Ärgernis. Denn die Schwalben können durch Nistmaterial und Kot die Hauswände verunreinigen.

Dabei lässt sich dieses Problem sehr leicht lösen, indem man in etwa 40 cm bis 60 cm Abstand unter dem Nest ein sogenanntes Kotbrett anbringt, das die Hinterlassenschaften der Schwalben auffängt.

Entfernen von Schwalbennestern kann teuer werden

Verboten ist, Schwalbennester zu entfernen. Hier handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Sowohl Mehl- als auch Rauchschwalben unterliegen dem Bundesnaturschutzgesetz und sind geschützt. Demnach ist es auch verboten, die Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten sowie Lebensstätten wildlebender Tier- und Pflanzenarten zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Aktuelle Studien beweisen, dass der besagte Schutzstatus der Schwalben leider auch dringend nötig ist, da die Bestandszahlen in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen sind. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen finden die Schwalben durch den dramatischen Rückgang der Insekten immer weniger Nahrung, um ihre Brut durchzufüttern, zum anderen schwindet das Brutplatzangebot, wenn die Schwalben durch Flatterbändchen oder gespannte Drähte vertrieben werden.

Nisthilfen unterstützen den Artenschutz

Wer diesem Trend entgegenwirken und den Schwalben helfen möchte, kann Nisthilfen anbringen, die von den Tieren gerne angenommen werden. Hierzu finden sich zahlreiche Angebote im Handel. Dabei sollte beachtet werden, dass Rauch- und Mehlschwalbe hinsichtlich der Form des Nestes und des Standortes unterschiedliche Ansprüche haben. Während die Mehlschwalbe stets in geschlossenen Nestern an Außenfassaden von Gebäuden brütet, findet man die offenen, schalenförmigen Nester der Rauchschwalbe innerhalb von Gebäuden wie beispielsweise offenen Kuhställen.