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Kein Geld „verheizen“!

Rhein-Sieg-Kreis (ar) – Gibt es die optimale Raumtemperatur in der kalten Jahreszeit?  Wie heize ich bei niedrigen Außentemperaturen richtig? Und kann man durch optimales Heizen sogar Geld sparen? „Wichtig sind eine gute Isolierung, die Heizungswartung, das richtige Lüften und natürlich eine angemessene Raumtemperatur – das alles sind Bausteine, die „richtiges“ Heizen ausmachen“, erklärt Rainer Kötterheinrich, Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises.

Grundsätzlich sollte die Raumtemperatur im Wohnzimmer zwischen 18 und 20°C liegen. In der Küche darf es mit 18°C ruhig etwas kühler sein, da beim Kochen und Backen Wärme entsteht und auch die Abwärme des Kühlschranks nicht zu unterschätzen ist. Interessant: Jedes Grad weniger Raumtemperatur in den Wintermonaten spart ca. sechs Prozent der Heizkosten.

Medizinisch gesehen ist eine Temperatur von 18°C optimal für die Atemwege; eine Temperatur über 25°C kann sogar die körperliche Leistungsfähigkeit einschränken. Auch wichtig: Wenn niemand zu Hause ist, kann das Thermostat auch unter 16°C gedreht werden. Bei einer längeren Abwesenheit reicht sogar eine Temperatur von ca. 12°C. Grundsätzlich sollte an kühleren Tagen die Temperatur allerdings nicht zu weit nach unten geregelt werden, um zu vermeiden, dass Wände, Decken und auch die Fußböden auskühlen.

Stoßlüften, bis höchstens zehn Minuten, ist am effektivsten. In der Zeit sollte die Heizung heruntergedreht werden, da sonst die Wärme direkt nach draußen entweicht. Richtiges Lüften verhindert auch die Schimmelpilzbildung. Denn es gilt, je kälter die Temperatur desto eher bildet sich Schimmelpilz.

Auch die Isolierung ist wichtig: Mit einfachen Abdichtbändern lassen sich undichte Bereiche an Fenstern abdichten. Ein einfacher Test hilft, diese Stellen zu erkennen: Fängt eine Kerze an zu flackern, wenn man sie an den Fensterrahmen hält, ist das Fenster undicht. Nachts empfiehlt es sich, die Rollläden, Fensterläden und Vorhänge zu schließen, das isoliert zusätzlich.

Auch wenn Heizkörper nicht immer als dekorative Wohnungseinrichtung geeignet sind, sollten sie nicht versteckt werden, denn solche Abdeckungen nehmen einen nicht unerheblichen Teil der Wärme auf und verursachen somit höhere Heizkosten. Wenn die Heizung blubbert und gluckst heißt das, dass Luft im Heizungskreislauf ist. Kein Grund zur Sorge! Sie sollten dennoch die Luft ablassen, sie reduziert die Heizleistung. Zum Entlüften der Heizung wird kein handwerkliches Geschick gebraucht: Nachdem das Thermostatventil geschlossen wurde, einfach mit Hilfe eines Entlüftungsschlüssels das Entlüftungsventil an der Seite der Heizung öffnen und es sofort wieder zudrehen, wenn das erste Wasser heraustritt. Sicherheitshalber sollten Sie Lappen und Eimer bereitstellen, falls doch mehr Wasser als erwartet herausfließt.

Auch die Dämmung an Heizkörpernischen ist wichtig, denn die dortigen Wände sind dünn. Heizkörperdämmplatten oder flexible Dämmfolien können je nach Abstand des Heizkörpers zur Wand Abhilfe schaffen. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, die Luft also zu trocken, wird die Temperatur aufgrund des subjektiven Wärmeempfindens als weniger warm empfunden. Eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent ist optimal.

Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sollten ihre Heizungsanlage natürlich regelmäßig von einer Fachfirma reinigen und warten lassen! Für diejenigen, die über einen Heizungstausch nachdenken, ist eine frühzeitige Beratung sinnvoll. Vielfältige Informationen zum richtigen Heizen, Sprechstunden und Vorträge in verschiedenen Kommunen und vor allem unabhängige Energieberatungen bietet die Energieagentur Rhein-Sieg e.V. (www.energieagentur-rsk.de) in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW an. „Das richtige Heizverhalten spielt eine entscheidende Rolle beim Energieverbrauch, Bürgerinnen und Bürger, die darüber hinaus an Maßnahmen zur Energieeffizienz nachdenken, erhalten eine Bestandsaufnahme mit individuellen Empfehlungen und Tipps zu möglichen Förderungen“, erklärt Thorsten Schmidt, Geschäftsführer der Energieagentur Rhein-Sieg. „Raumwärme ist für mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in Haushalten verantwortlich, Einsparungen lohnen sich finanziell und sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz!“

  pixabay.com/ri

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