350 Mitarbeiter/innen in Schockstarre

350 Mitarbeiter/innen in Schockstarre

Ein zweites Jahr in Folge Feuerwerksverbot ohne Grundlage

Eitorf, 02.12.2021 | Die Menschen bei WECO sind schockiert angesichts des beschlossenen Verkaufsverbots im Rahmen der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz. Die Verbotsbegründung entbehrt dabei jedweder Grundlage und ist wissenschaftlich nicht nachvollziehbar!

Bund- und Länder haben heute ein weiteres Jahr in Folge ein deutschlandweites Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk beschlossen. Mit diesem Verbot soll das Gesundheitssystem aufgrund einer angeblichen Verletzungsgefahr entlastet werden. Diese Begründung entbehrt jedoch jeglicher evidenzbasierten Grundlage und ist aus Sicht des Unternehmens haltlos. Sowohl der größte deutsche kommunale Krankenhausbetreiber „Vivantes“ als auch der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft hatte im Vorfeld bestätigt, dass nur die allerwenigsten Krankenhausbesuche in der Silvesternacht überhaupt auf Verletzungen durch Feuerwerkskörper zurückzuführen sind. „Die Entscheidung zum Verbot scheint vollständig auf subjektiven Empfindungen und Populismus zu beruhen und weder auf wissenschaftlichen Erkenntnissen noch auf Grundlage von Studien. Denn diese gibt es nämlich nicht. Man sollte aber annehmen können, dass Beschlüsse nicht aus einem Bauchgefühl gefasst werden. Scheinbar ist das nicht so“, betont Thomas Schreiber, Sprecher der Geschäftsführung.

Verbot erhöht Risiko von Verletzungen maßgeblich
Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter hat sich jüngst klar gegen ein generelles Verkaufsverbot ausgesprochen, da bereits durch das Verkaufsverbot im letzten Jahr ein massiver Anstieg bei der Einfuhr von illegalen Feuerwerkskörpern verzeichnet wurde. „Die Situation jetzt bewirkt doch genau das Gegenteil, was man mit dem Verbot eigentlich erreichen will. Nämlich, dass viele Menschen illegale und lebensgefährliche Feuerwerkskörper im Ausland oder sogar auf dem Schwarzmarkt kaufen oder im schlimmsten Fall selbst Feuerwerkskörper basteln“, so der Unternehmer. Und weiter: „In Deutschland erhältliches Feuerwerk ist geprüft und sicher. Hiervon geht bei richtiger Handhabung keinerlei Gefahr aus“.

Nach notwendiger Werksschließung bangen nun 350 weitere Menschen um ihren Job
Das letztjährige Verkaufsverbot stürzte das größte deutsche Feuerwerksunternehmen, welches auf eine 73-jährige Tradition zurückblickt, bereits in seine schwerste Firmenkrise seit Unternehmensgründung. Trotz Überbrückungshilfen, die jedoch nach wie vor keinesfalls vollständig ausgezahlt wurden, sowie Kosteneinsparungen und standortübergreifender Kurzarbeit musste das Unternehmen zum Geschäftsjahresende einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe verzeichnen. Daher konnte zuletzt leider auch die Schließung des Freiberger Produktionsstandortes nicht abgewendet werden, was die Entlassung von rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutete. Nun müssen auch die restlichen bei WECO beschäftigten Menschen um ihre Jobs bangen. Thomas Schreiber dazu nachdrücklich: „Vielleicht ist es den Damen und Herren in Berlin nicht klar, aber an unserer Branche hängen viele Familien und Existenzen, deren Schicksal uns selbstverständlich sehr am Herzen liegt!“

Unternehmen wurde wieder von Entscheidung überrascht
Ein weiteres Mal in Folge wurde WECO von dieser für das Unternehmen nicht nachvollziehbaren Entscheidung über ein Verkaufsverbot überrascht. Trotz mehrfach erfolgten Kontaktversuchen von Seiten der Branchenverbände VPI – Verband der pyrotechnischen Industrie sowie des BVPK gab es bis zuletzt von niemandem aus der Politik ein Gesprächsangebot. Über das Verkaufsverbot selbst erfuhr das Unternehmen nur über die Medien. „Wir sind maßlos enttäuscht von den politischen Akteuren in diesem Land. Nicht nur, dass man unsere Kontaktversuche ignoriert und unbeantwortet lässt. Sondern insbesondere, weil man sich über die Konsequenzen dieser Entscheidung scheinbar nicht im Klaren ist“, konstatiert der Geschäftsführer.

Zu den Lieferungen des Unternehmens an den Einzelhandel
Die Ware für den Handel wurde nun ein weiteres Jahr eingelagert und finanziert. Seit Anfang Oktober werden die rund 160.000 Paletten Feuerwerksware für den deutschen Einzelhandel kommissioniert und peu à peu ausgeliefert. Bei Feuerwerk handelt es sich um ein vollständiges Kommissionsgeschäft und die Ware muss vollständig und auf eigene Kosten zurückgenommen werden. Der wirtschaftliche Schaden muss dabei vollumfänglich von der pyrotechnischen Industrie getragen werden müssen. In diesem Jahr wird dies aber inklusive des gesamten Umsatzausfalls und aller anfallenden Kosten aus den Bereichen Lager, Logistik, Finanzierung und Personal vollständig vom Bund kompensiert werden müssen.

5 thoughts on “350 Mitarbeiter/innen in Schockstarre

  1. Das ist unsere Regierung . Sie denken nicht von der Wand bis zur Tapete . Kontraproduktiv . Es werden wieder “Polenböller” illegal gekauft . Die sind extrem gefährlich . Und dadurch werden mehr Menschen im KH landen . In unserer Regierung sitzen halt nur dumme Menschen .

  2. Beschlossen ist ein Verkaufsverbot, dann sollte die Fa. Weco das Feuerwerk verschenken, das dürfen Sie ja. Wir könnten dann im Gegenzug eine Spende in Höhe des Gehenwerts machen. Das ist doch nicht verboten??? Gruß Frank

  3. Feuerwerke sind von gestern.
    Braucht man nicht mehr. Vor allem die Haus- und Wildtiere und das Klima bedanken sich für das Verbot und hoffen es bleibt die nächsten Jahre auch dabei.

  4. Wenn ein Management seinen Betrieb auf eine einzige Sache ausrichtet, die schon seit Jahren zweifelhaft ist und zu recht in der Kritik steht und die jetzt in einer Krise bereits im zweiten Jahr einen zusätzlichen, empfindlichen Dämpfer bekommet, dann ist diese Chefetage mit zu wenig Grips gesegnet und gehört ausgetauscht.
    Augen zu und durch? Ich hätte mir längst Alternativen einfallen lassen, was ich mit meinem Wissen, meiner Erfahrung und vor allem mit meinem Personal anfangen kann, ohne mich Jahr-für-Jahr dieser Diskussion um Umweltdreck und verängstigte Hausköter auseinanderzusetzen. Zeiten ändern sich. Die Lebensmittelindurstrie muss sich dem Trend nach veganer Ernährung stellen, die Autofritzen dem Strom und wenn Trigema nur grasgrüne Pullover herstellen würde, wären die längst pleite.
    Also jammert uns nicht die Ohren voll, wenn ihr euren Driss nicht mehr an den Mann oder die Frau kriegt. Und liegt uns vor allem nicht auf der Tasche. Versaubeutelt habt ihr das nämlich selber.

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