Wendt und Radek gefährden Arbeitsplätze

Wendt und Radek gefährden Arbeitsplätze

Stellungnahme des Eitorfer Bürgermeisters Rainer Viehof

Populismus statt Daten und Fakten

Jetzt begibt sich Jörg Radek von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Einzelgewerkschaft im DGB, auch
auf das niedrige populistische Niveau der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), einer
Gewerkschaft im Deutschen Beamtenbund. Ich war 42 Jahre Polizeibeamter in NRW, aber wir hatten
die wirkliche Kriminalität und die öffentliche Sicherheit im Fokus. Auch heute haben wir noch
genügend Kriminalität, um die sich die Polizei und ihre Gewerkschaften kümmern müssen. Nicht
gebaute Basisstationen des Digitalfunks, unzureichende Ausfallsicherungen bei Starkregenfällen mit
Verlust der gesamten polizeilichen Kommunikation sind hierbei nur einige Punkte, die die
Gewerkschaften aufgreifen müssten. Der Verkauf von Drogen an Schulen und Bandenkriminalität
wären sicherlich wichtiger, als einen deutschen Industriezweig mit herausragenden Leistungen völlig
unnötig in den Ruin zu treiben. Gerade die GdP als Gewerkschaft im DGB sollte hierzu einmal Stellung
beziehen. Wie sieht das der DGB? Wollen wir die Firma WECO in die Insolvenz treiben nach dem
unverständlichen Beschluss durch die Ministerpräsidentenkonferenz am 13.12.2020, der auf Glauben
und dem Wunsch einzelner Personen ohne wirklich harte Fakten zu präsentieren getroffen wurde?
Es waren, vor der letztjährigen Entscheidung den Verkauf von Feuerwerk zu Silvester zu verbieten,
über 400 Arbeitsplätze in Deutschland, davon ca. 250 in Eitorf.
In der Zwischenzeit musste bereits ein Werk in Freiberg geschlossen werden und es bedarf keiner
großen Phantasie was passiert, auch in Eitorf, wenn es wieder zu einer Absage oder starken
Einschränkung des Verkaufs zu Silvester kommen würde.
Wir haben hier in Eitorf mit Hilfe des Bundeswirtschaftsministeriums, des Bundesfinanzministeriums
und des Landeswirtschaftsministeriums NRW einen deutschen Industriezweig vor dem endgültigen
Aus bewahrt.
Ein deutscher Industriezweig wird aus Gründen populistischer Effekthascherei geopfert und dem
chinesischen Markt die deutschen Anteile auf dem Teller präsentiert. Verantwortliche
Gewerkschaftsarbeit sieht anders aus. Verbotszonen dürfen sein, aber ein generelles Verbot ist
unverantwortlich.
Wenn wir einen uralten Brauch, ein Stück Kultur und Lebensfreude jetzt opfern vor dem Hintergrund
der pandemischen Lage, dann geht das zu weit. Ein Feuerwerk hat nie eine pandemische Lage
begünstigt. Vielmehr kann gerade das Feuerwerk ein Stück Normalität in den Alltag bringen und es
kann jeder für sich eine Rakete der Hoffnung in den Himmel schicken. Ein Feuerwerk kann jeder für
sich zünden und wir benötigen keine großen Menschenansammlungen. Wenn wir die Raketen
verbieten, müssten wir erst einmal den Weltraumtourismus der Milliardäre unterbinden.
Auch 2020 hatten wir in Eitorf private Feuerwerke. Es war aber sicher und ein Stück Normalität.
Jeder, der ein Feuerwerk in die Luft schießt, erfreut sich und andere für diese ca. 30 Minuten. Ein
Feuerwerk läutet immer wieder ein neues Jahr mit guten Vorsätzen und Hoffnungen ein.
Bei den Nachfragen in den Krankenhäusern waren es keine Verletzungen durch Böller in der
Vergangenheit, sondern Verletzungen durch übermäßigen Alkoholgenuss und Schlägereien. Zeigen
sie die Statistik, die die Verletzungen durch handelsübliche Böller aufzeigt.
Silvester 2020 wurde eine Person getötet, eine schwer verletzt und einer anderen Person wurde eine
Hand abgerissen, als sie versuchten, diese Raketen und Böller selbst herzustellen. Das ist die traurige
Wahrheit.

Ich hoffe nur, dass der „Vorsitzende der Polizistensohngewerkschaft“ sich der Person von Herrn
Wendt annimmt, um diesem Treiben durch eine mediale Antwort hoffentlich ein Ende zu setzen. Wie
kann die Polizeibelegschaft nur eine solche Person an die Spitze einer Gewerkschaft setzen?
Wenn wir jetzt mit dem Verbot von Böllern anfangen, machen wir dann bei Fußballstadien,
Rockkonzerten und anderen Veranstaltungen weiter? Überall dort, wo große
Menschenansammlungen stattfinden und gleichzeitig Alkohol getrunken wird, kann es zu
polizeilichen Anlässen kommen. Die Polizei ist aber dafür da, dass solche Veranstaltungen sicher
stattfinden können. Sie ist nicht dafür da, dass alles beschränkt und verboten wird.
Sehr geehrter Herr Radek, von Ihnen hätte ich mehr erwartet. Bei Herrn Wendt beurteile ich dies als
Abfolge einer maßlosen Überschätzung und einer hilflosen Dreistigkeit mit dem Hang zu einer
medialen Schlagzeile.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Viehof
Bürgermeister von Eitorf
EPHK a.D.

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